Retro-Ecke: Der Kontentrog-Paternoster

Als ich vor fast 20 Jahren bei der Sparkasse Fürth meine Ausbildung begann, gehörte zur täglichen Arbeit am Morgen auch das Einsortieren der Kontoauszüge in Fächer. Es waren Stapel von Papierkontoauszügen der Kunden. Sortiert nach Kontonummer. Die Kunden haben dann tagsüber diese Auszüge abgeholt.

Paternoster früher ..

In meiner Geschäftsstelle stand damals ein freistehendes Gerät, welches einzelne Tröge hatte. In diese Tröge wurden die Kontoauszüge einsortiert. Und tatsächlich hatten diesen Tröge etwas von einem Futtertrog, welche man bei Landwirten auch heute noch sieht.

Das Besondere daran war aber die Aufhängung der Tröge und die Tatsache, dass man diese Tröge im Kreis herum fahren konnte. Dieses System heißt Paternoster. Der Ursprung des Begriffs geht zurück auf das „Vaterunser“ und einer Zählkette für Gebete. Die Ähnlichkeit dieser Kette mit dem Umlauf von Trögen und auch Personenaufzügen an einer Kette führte dann zu dieser Namensgebung. In Büros sind die Aktenpaternoster noch immer anzutreffen. Die Personenumlaufaufzüge dürfen seit 1972 nicht mehr neu in Betrieb genommen werden. Die Unfallgefahr der offenen Kabinen ist im Vergleich zu geschlossenen Kabinen viel höher. Wer einen Paternoster in Aktion sehen möchte, der kann bei www.youtube.de einfach diesen Begriff eingeben und sich die gefundenen Videos ansehen.

ePostfach heute …

Aus den Geschäftsstellen sind die Paternoster verschwunden. Es gibt jedoch noch Abholer, aber seit einigen Jahren läuft dies für die Mehrzahl der Kunden über das elektronische Postfach (ePostfach) ab. Voraussetzung dafür ist ein Online-Banking-Zugang.

 

Im Vergleich zur Abholung der Kontoauszüge in der Geschäftsstelle bietet diese Bereitstellung für den Kunden einige Vorteile:

  • Es ist rund um die Uhr verfügbar
  • Die Aufbewahrung entspricht einer Langzeitablage
  • Man kann die Auszüge speichern, drucken und auf Wunsch löschen
  • Der Turnus der Bereitstellung ist einstellbar
  • Die Auszüge sind rechtssicher (für Firmen und Vereine wichtig)
  • Man kann in den PDF Dokumenten nach Begriffen oder Beträgen suchen

 

Dank dieser praktischen Weiterentwicklung sparen sich unsere Kunden die Zeit zum Drucker zu fahren, es muss kein Papier mehr bedruckt werden und die Langzeitablage sorgt dafür, dass kein Kontoauszug mehr aus dem Postfach gelöscht wird. Sollte der Platz im ePostfach tatsächlich mal gefüllt sein, dann kann man sich immer noch (in der kleinsten Stufe kostenlos) den eSafe dazu nehmen. Das ist eine Art Cloudspeicher, der u.a. auch für die Ablage der Kontoauszüge genutzt werden kann.

Was mir besonders gut daran gefällt ist, dass ich es mir als Kunde heraussuchen kann. So soll es sein!

 

Ein Bericht von Jochen Franz

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