Ein Honigbrötchen zum Frühstück

Heute ist der 20. Mai 2019. Es duftet nach frischen Brötchen, der Kaffee dampft, auf dem Tisch steht ein großer Teller mit Obst und ein volles Glas goldgelber Honig vom Nachbarn.

Glas Honig

Der ist nämlich Imker und seine Bienen produzieren den, zumindest für mich, besten Honig in Fürth. Er war es auch, der mir erzählt hat, dass diese kleinen Tierchen tatsächlich nach dem Rind und dem Schwein das drittwichtigste Nutztier in der Landwirtschaft sind.

Das glauben Sie nicht? Können Sie aber, denn die wichtigste Leistung der Biene liegt nicht in der Honigproduktion allein, sondern in der Bestäubung unser Pflanzen. Über 80% unserer einheimischen Wild- und Nutzpflanzen werden durch Bienen bestäubt. Nicht nur die allseits bekannte Honigbiene hilft beim Obst- und Gemüseanbau fleißig mit.  Auch Ihre wilden Geschwister wie die Mauer-, Holz- oder Pelzbienen und nicht zu vergessen die Hummeln bestäuben schon Pflanzen, wenn die Honigbiene auf Grund der Witterung noch gar nicht den Bienenstock verlässt.

Warum wir die Bienen dringend brauchen

Honigbiene

Ungefähr ein Drittel unserer Nahrungsmittel sind direkt oder indirekt mit der Bestäubungsleistung der Bienen verbunden. Damit haben die Honig- und Wildbienen gemeinsam einen großen Anteil daran, unsere Gesundheit und unsere Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten.

Auch andere Bereiche wie Industrie, Technik oder die sozialen Netzwerke wurden und werden von der Biene beeinflusst. Die stabile Bauweise der Bienenwaben wurde beispielsweise in der Luft- und Raumfahrtbranche oder im Fahrzeugbau adaptiert. Für die in den sozialen Netzwerken oder in der Logistikbranche heute gebräuchlichen Prozesse diente beispielsweise die effiziente Sammelweise der fleißigen Arbeitsbienen als Vorbild.

Obwohl Bienen für uns alle elementar wichtig sind, weil sie unsere Versorgung sichern und uns weiter antreiben zu forschen und Neues zu entwickeln, tragen wir seit langer Zeit aktiv dazu bei, den Lebensraum der Bienen und damit die Tiere am Ende selbst zu vernichten.

Am heutigen 2. Weltbienentag der Vereinten Nationen möchten wir Ihnen deshalb zwei einfache Tipps geben, wie Sie zukünftig dazu beitragen können, dass es eine Zukunft für Bienen und damit auch für uns gibt:

 

Tipp 1: Lassen Sie Ihren Garten oder Ihren Balkon für Bienen erblühen

Blühwiese

Spielen Sie Golf in Ihrem Garten? Nein? Dann muss es auch nicht unbedingt nur der kurz geschnittene englische Rasen sein. Legen Sie einfach in einem Teil Ihres Gartens eine bunt-blühende Wildblumenwiese an.

 

Vorteil für Sie:
Weniger Pflegeaufwand, denn hier können Sie es einfach wachsen lassen.

Wichtig dabei: Verwenden Sie nur einheimische Pflanzen oder entsprechende Samenmischungen und verzichten Sie auf gefüllte Blumen wie Astern oder Rosen. Hier kommen die Bienen auf Grund der vielen Blütenblätter nicht richtig an die Blüte selbst heran. Auch Geranien, Pelargonien und Forsythien sehen nur schön aus und duften gut. Sie haben aber keinerlei Nährwert für Bienen, da es hier keinen Pollen oder Nektar zu holen gibt.

Haben Sie mehr Platz im Garten? Gut! Dann freuen sich die Bienen über Hartriegel, Kornelkirsche, Salweide und Obststräucher wie Himbeere oder Brombeere. Auch Obstbäume lieben die Bienen.

Vorteil für Sie:
Mehr Früchte für einen leckeren Obstteller oder eine Marmelade.

Sie lieben Kräuter? Bienen auch! Legen Sie einfach einen Kräutergarten an, indem Sie Schnittlauch, Rosmarin, Minze, Salbei, Bohnenkraut, Borretsch, Thymian und Zitronenmelisse pflanzen.

Wichtig dabei: Lassen Sie die Hälfte der Kräuter auch tatsächlich blühen. Den Rest verwenden Sie für leckere Salate oder Kräuterdips beim Grillen im Sommer. So haben Biene und Mensch etwas davon.

 

Tipp 2: Schaffen Sie Nistplätze für Wildbienen und Nützlinge

Insektenhotel

Ständig Ordnung halten im Garten? Das muss nicht sein! Tanzen Sie doch mal bewusst aus der Reihe und lassen Sie eine Ecke im Garten einfach verwildern. Mit offenen Bodenflächen beispielweise aus lockerer Erde oder Sand, Totholzhaufen, Trockenmauern und Blätterhaufen vom letzten Herbst schaffen Sie für unsere fleißigen Bestäuber und weitere Nützlinge wie Käfer und Igel ideale Nistplätze.

Sie haben noch eine alte Blechdose übrig? Mit unbehandelten Bambus- oder Schilfstängeln lässt sich daraus eine tolle Nisthilfe bauen: Schneiden Sie dazu die Stängel auf die Länge der Dose und bündeln Sie die Stängel in der Dose. Dann bringen Sie die Nisthilfe waagerecht an einem sonnigen und trockenen Balkon oder Dachvorsprung fest an.

Wichtig dabei: Die Schnittkanten müssen frei von Splittern und dürfen nicht gequetscht sein. Ansonsten verletzen sich die Bienen beim Besiedlungsversuch an ihren Flügeln oder besiedeln die Nisthilfe erst gar nicht.

Vom Ausschneiden der Brombeerhecke sind noch Ranken übrig? Prima! Schneiden Sie die Ranken auf etwa 40cm Länge und bündeln Sie die Stängel. Anschließend bringen Sie diese Bündel mit Metallschellen in einem 45-Grad-Winkel am Zaun, Balkongitter oder an Pflanzstäben an. Die Bienen knabbern bei der Besiedelung die Markstängel aus und nisten darin.

Nachhaltigkeit in der Sparkasse Fürth

Das Gemeinwohl und die langfristige Entwicklung stehen über einer kurzfristigen Gewinnerzielung. „Nachhaltigkeit“ in seinem modernen Verständnis ist somit seit Beginn im Jahr 1827 bis heute ein Grundprinzip der Sparkasse Fürth.

 

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen beim Umsetzen unserer Tipps und freuen uns gemeinsam mit Ihnen auf einen bunt-blühenden Frühling und Sommer 2019.

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Kommentare


Kessy schreibt am 10.05.2019 um 07:01 Uhr:

Ein echt toller Beitrag mit hilfreichen Tipps. Danke!