Stadt, Land, Speckgürtel

Noch vor wenigen Jahren wollte jeder in der Stadt wohnen. Kein Wunder, denn hier punkten eine gut ausgebaute Infrastruktur und kurze Wege: ob zum Arbeitsplatz oder Supermarkt, zum Bäcker oder in die nächste Apotheke.

DSV/Image Source/Westend61

Vieles lässt sich sogar bequem zu Fuß erreichen. Aufgrund der großen Nachfrage sind die Preise für Immobilien und Grundstücke in den vergangenen Jahren oftmals explodiert: teilweise über zehn Prozent pro Jahr.

Raus aufs Land?

Ganz klar, dass sich viele nach preisgünstigeren Alternativen umschauen müssen. Denn auch das Leben auf dem Land hat schließlich einiges zu bieten. Zu niedrigeren Preisen können sich Individualisten und Naturliebhaber den eigenen Wohntraum erfüllen. Auf einem üppig bemessenen Grundstück die Sommerabende am Grill genießen – das klingt in den Ohren vieler Städter wie ein Traum.

Manchmal jedoch hat das Landleben auch seine Herausforderungen. Die Digitalisierung ist noch nicht überall gleich weit vorangeschritten, dass man auch fernab der Zentren seinen Beruf über das Internet wie gewohnt ausüben kann. Gerade junge Leute ziehen weg – aus Mangel an beruflichen Perspektiven und schlechter Infrastruktur. Läden, Arztpraxen oder Postfilialen? Oftmals Fehlanzeige. Das macht das Wohnen dort wiederum unattraktiver. Ein Teufelskreis. Experten sprechen von der Entleerung der ländlichen Räume.

Der Speckgürtel: das Beste aus beiden Welten?

Wo finden sich heute also noch bezahlbare Immobilien mit Platz für die Familie, aber auch in Reichweite des Arbeitsplatzes? Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Haus oder eine Wohnung im sogenannten Speckgürtel und sorgen somit für eine „Re-Urbanisierung“ der kleinen und größeren Gemeinden um die Zentren. amit ist gemeint, dass viele Ortschaften um die Metropolen großen Zuwachs erfahren und im Moment zu den dynamischsten Regionen des Landes zählen.

Die Immobilie im Umland als finanzielle Absicherung

Für die Menschen in den Speckgürteln hat die eigene Immobilie eine wichtige Funktion für ihre Finanzen. Zahlen aus dem Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands zeigen, dass im Umland das Haus oder die Wohnung auch der Vermögensbildung dient. 28 Prozent der Menschen im Speckgürtel finden, dass die selbstgenutzte Immobilie das beste Mittel für ihren Vermögensaufbau sei. In der Stadt sagen das nur 20 Prozent.

Auch in Bezug auf die Altersvorsorge sind die Vorstädter entspannter als in allen anderen Wohnlagen. 40 Prozent gaben an, dass ihre Maßnahmen zur finanziellen Absicherung ausreichen. Die Menschen in der Stadt (35 Prozent) und auf dem Land (33 Prozent) sind da pessimistischer. Auch insgesamt sind die Bewohner der Speckgürtel mit ihrer finanziellen Situation sehr zufrieden.

Die Gemeinden verändern sich

Durch die Neuankömmlinge verändert sich auch das Leben der Alteingesessenen im Umland der Städte. Selbst wenn das vielleicht nicht jedem behagt, dass plötzlich die Preise steigen und die Zugezogenen das Leben der Gemeinde aktiv mitprägen: Auch die schon länger dort Beheimateten profitieren, weil aufblühende Gemeinden für Ärzte und Läden plötzlich wieder interessant werden.

Und für die neuen Bürgerinnen und Bürger bieten die Veränderungen fast nur Vorteile. Gerade in Neubaugebieten gibt es viele, die sich in der gleichen Situation befinden und aus ähnlichen Gründen dort wohnen wollen. Die Folge: Die Kinder finden schnell Gleichaltrige zum Spielen und Anschluss in Schule und Sportverein.

Viele gute Gründe

Es gibt also viele gute Gründe für das Wohnen im Umland. Ob und wo das für einen selbst infrage kommt, hängt von der persönlichen Situation ab. Als Single ist man fürs Erste vielleicht besser in der Großstadt aufgehoben. Die meisten Familien kommen momentan aber um die Speckgürtel kaum herum. Ein Umzug ist oftmals eine Überlegung wert.

 

Sparkasse Fürth, Thomas Mück, Leiter Marketing,
Sparkasse Fürth, Angelika Uebelacker, Marketing.
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