Serie Edelmetalle – Teil I

Aufgrund der zunehmenden Nachfrage nach Edelmetallprodukten (Gold und Silber) und ihrer immer größeren Bedeutung in der Vermögensbeimischung bieten wir unseren Leserinnen und Lesern die Gelegenheit, tiefer in das Thema einzusteigen und sich eine fundierte Meinung zu bilden.

Wir haben deshalb einen Experten aus dem Fachbereich der BayernLB für Sie zur Seite genommen.

Herr Falaschi, Abteilungsdirektor und Vertriebsleiter des Bereiches Sorten und Edelmetalle der BayernLB wird die interessierten Leser durch die Welt der Edelmetalle führen und einige wichtige Anregungen in vier Beiträgen liefern. Diese stellen keine Research- oder Hausmeinung dar und sind ausschließlich Erfahrungsberichte des Autors.

Goldrichtig handeln – Edelmetalle begleiten die Menschheit seit mehreren Jahrhunderten

Wussten Sie, dass ausgerechnet Deutschland der größte Markt der Welt pro Kopf für physische Investments in Gold und Silber ist? Und das in Zeiten in denen man sich eher mit Kryptowährungen und digitalen Lösungen beschäftigt. Warum also faszinieren noch heute Edelmetalle, vor allem Gold, die Menschen? Das hat sicher damit zu tun, dass sie mehrere Eigenschaften verkörpern: Reichtum, Wertbeständigkeit, Macht und Schönheit. Im alten Griechenland und im römischen Reich wurden die ersten Münzen aus Gold und Silber geprägt. Auch diese Stücke (z. B. Römischer Aureus) verloren mit der Zeit an Goldgewicht und machten Platz für andere Münzen (Solidus).

Gold als Währungshinterlegung verwendet

Aus diesen Erfahrungen zogen dabei die nachfolgenden Generationen eine Lehre. Gold wurde für mehrere Jahrhunderte als Währungshinterlegung verwendet. Dank seiner Knappheit konnte man die Geldmenge nie beliebig vermehren und eine gewisse Wertstabilität gewähren. Die 1694 gegründete Bank of England war die erste Zentralbank, die strenge Richtlinien für die Golddeckung von Banknoten erließ. So entstand der klassische Goldstandard als erstes international gültiges Währungssystem mit Papiergeld auf Goldbasis, bei dem die Notenbanken mehr Gutscheine (Geld) ausgeben durften, als sie in Wirklichkeit in Form von Gold vorrätig hatten (= partielle Golddeckung). Mit der Aufhebung des Goldhinterlegungsstandards des US-Dollars durch Präsident Nixon im Jahr 1971 endete die Gold-Ära und begann die moderne Zeit des ungedeckten Geldes.

Diese Entscheidung führte dabei nicht zu einer Revolution, sie wurde von allen Nationen der Welt stillschweigend akzeptiert. Es entstanden damit die Prämissen für die unkontrollierte Ausdehnung der Geldmenge und der Staatsschulden.

Die Folgen dieser Ereignisse erleben wir heute. Wir schreiben gerade Geschichte, wissend (oder unwissend), dass die Beispiele der Vergangenheit desaströse Folgen hatten. Die Lehren der Vergangenheit scheinen vergessen oder ausgeblendet. Deshalb halte ich es für angebracht, diese Erinnerungen aufzufrischen. Zu welchem Schluss das führen kann, überlasse ich Ihnen. Keiner glaubt, irgendwann von einem Schicksal getroffen zu sein. Vor allem durch den „modernen“ Wohlstand gehen die Meisten von uns davon aus, dass wir weiterhin gut leben werden. Das wünsche ich Ihnen und auch mir. Ich möchte nur nicht unvorbereitet sein, falls wir doch andere Zeiten erleben werden. Vorsorge ist bekanntlich besser als Heilen.

 

Zur Serie Edelmetalle – Teil II

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