Volkswirtschaft Prognosen April 2026

Die Straße von Hormus hat sich als Achillesferse des Welthandels, insbesondere für Energierohstoffe, erwiesen. Die positiven Marktreaktionen auf die Waffenruhe sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage unsicher bleibt.

Die Straße von Hormus hat sich als Achillesferse des Welthandels, insbesondere für Energierohstoffe, erwiesen. Die positiven Marktreaktionen auf die Waffenruhe sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage unsicher bleibt.

Hoffnung auf ein Ende des Kriegs im Nahen Osten

Kriege haben über das unermessliche menschliche Leid hinaus auch große ökonomische Schäden zur Folge. Im Zuge des Kriegs im Nahen Osten hat sich die Straße von Hormus als Achillesferse des Welthandels, insbesondere für Energierohstoffe, erwiesen. Die von US-Präsident Trump ausgerufene vierzehntägige Waffenruhe resultiert möglicherweise auch aus der Einsicht, dass militärische Großkonflikte mit zunehmender Dauer extrem teuer werden.

Die Marktreaktionen auf die Waffenruhe – der deutliche Rückgang des Ölpreises, die Aktienkursanstiege und die gesunkenen Anleiherenditen – sind verständlich, sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage unsicher bleibt. Zudem hat die Weltwirtschaft durch den Krieg Schaden genommen. Die Aufräumarbeiten, sollte der Krieg wirklich weitgehend beendet sein, werden noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Bis ein ansatzweise normaler Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gewährleistet sein wird und bis die Öl- und Gasförderanlagen wieder repariert bzw. hochgefahren sein werden, wird das globale Wachstum gebremst bleiben. Immerhin, trotz der Widrigkeiten dürfte die Weltwirtschaft in diesem und im kommenden Jahr um rund 3 % wachsen.

Notenbanken und die Inflationsraten

Besondere Beachtung wird aktuell den Notenbanken geschenkt, deren Entscheidungen durch den Krieg deutlich schwieriger geworden sind. Denn die Inflationsraten sind infolge der höheren Energiepreise nach oben gegangen. Für die Eurozone dürften für März und April Werte von über 3 % gemeldet werden. Für die Europäische Zentralbank besteht also ein gewisser Druck, mit Zinsanhebungen zu reagieren. In der Juni-Sitzung erwarten wir eine Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte, danach aber vor dem Hintergrund der nur moderaten konjunkturellen Entwicklung lediglich eine abwartende Zinspolitik ohne weitere Erhöhungen.

In den USA wird die Prognose dadurch erschwert, dass die Nachfolge von Fed-Chef Powell ab Ende Mai formal immer noch nicht geregelt ist. So bestehen für die Finanzmarktteilnehmer einige Unsicherheiten bezüglich der Geldpolitik in der zweiten Jahreshälfte, und zwar zusätzlich zu der nach wie vor fragilen Lage im Nahen Osten und zu den grundsätzlichen geopolitischen Unwägbarkeiten. Die Flexibilität und die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft werden im Jahresverlauf zwar weiter strapaziert werden. Doch sollten die Aktienmärkte angesichts der anhaltenden moderat-positiven Wachstumsaussichten unter hohen Schwankungen freundlich tendieren.

 

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Quelle: Deka
#Hormus

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