Restrukturierung als Chance in der Krise

Wie Unternehmer erfolgreich umbauen können – im Gespräch mit Uwe Burkert Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Welche Unternehmen können jetzt in der Krise von einer Restrukturierung profitieren?

Uwe Burkert Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Unternehmen, die spüren, dass die Corona-Krise bestimmte Entwicklungen beschleunigt, bei denen sie dachten, dass ihnen mehr Zeit bliebe. Nehmen wir zum Beispiel einen Buchhändler, der während der coronabedingten Schließung seines Ladens die Kunden telefonisch beraten und den Einkauf nach Hause geliefert hat: Die Kunden werden einen solchen Service auch nach der Krise erwarten, so dass der Buchhändler nun viel schneller digital werden muss als gedacht.

 

Wie kann dieser Buchhändler die Umstellung finanzieren?

Welche Finanzierung passt, muss man im Einzelfall schauen. Corona-Hilfskredite lassen sich für einen solchen Unternehmensumbau leider nicht verwenden. Die staatlichen Förderkredite richten sich dabei an Unternehmen, die ein funktionierendes Geschäftsmodell haben und die vor der Krise profitabel waren. Sie sollen mit den Soforthilfen über Wasser gehalten werden.

Wer eine Neuausrichtung seines Geschäftsmodells plant, kann dafür die Soforthilfen nicht nutzen. Es gibt aber andere attraktive Förderprogramme, die die Sparkassen in die Beratung zu neuen Geschäftsmodellen einfließen lassen.

Was ist mit Unternehmen, die vor der Krise eine Restrukturierung eingeleitet haben?

Auch sie können die Corona-Kredite leider nicht abrufen. Stichtag ist der 31. Dezember 2019 – wer vorher mit einer Restrukturierung begonnen hat, fällt durchs Raster. Auf diese Förderlücke weisen wir die Politik immer wieder hin. Kunden, die das betrifft, begleiten wir sehr eng. Wir haben den Restrukturierungsprozess meist ja auch mit angestoßen.

Die Sparkassen können zudem viel differenzierter helfen als die Politik, die mit Stichtagsregelungen arbeiten muss.

Welche Fehler machen Unternehmen am häufigsten, wenn es um Restrukturierung geht?

Sie gehen den Wandel zu spät an. Dabei ist es wichtig, flexibel und schnell zu reagieren. Sonst verbaut man sich die Chancen, die mit dem Wandel einhergehen.

Die Aufarbeitung der Corona-Krise wird dabei den strukturellen Wandel in Deutschland ungemein beschleunigen. Das verlangt von den Unternehmen eine große Anpassungsfähigkeit. Da hilft es, wenn man einen Partner an seiner Seite hat, der diesen Prozess begleitet.

 

Sparkasse Fürth, Thomas Mück, Leiter Marketing.
Sparkasse Fürth, Angelika Uebelacker, Marketing.
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Presse-Center: www.sparkasse-fuerth.de/presse
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Quelle: lbbw.de

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